Erstellen, Nutzen und Analysieren von Forschungsdaten


Nachnutzung bereits vorhandener Forschungsdaten

Vor Beginn einer Forschungsarbeit lohnt es sich, nach bereits vorhandenen Forschungsdaten zu suchen, die möglicherweise nachgenutzt werden können. Auf der Seite „Suche nach Forschungsdaten“ sind Informationen zur Suche nach romanistischen Daten zusammengestellt.

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Digitale Methoden, Tools und virtuelle Forschungsumgebungen

Die Art der Nutzung bzw. der Analyse von Forschungsdaten unterscheidet sich je nach Disziplin und Forschungsfrage und muss jeweils am eigenen Forschungsvorhaben ausgerichtet werden. Da Forschungsdaten in der Regel digital vorliegen, bieten sie, über traditionelle (beispielsweise hermeneutische) Arbeitstechniken hinaus, die Möglichkeit zur Untersuchung mit Hilfe computergestützter Methoden, wie sie unter anderem in den Digital Humanities zum Einsatz kommen.

Das Spektrum von Methoden und Tools ist dabei vielfältig und wird stets erweitert. Das Projekt forText stellt beispielsweise Informationen zu einzelnen digitalen Methoden für die Literaturwissenschaft zusammen, wie etwa Stilometrie oder Topic Modelling, und verlinkt die dafür geeigneten Tools. CLARIN-D stellt Beispiele für computergestützte Arbeitstechniken vor, die vor allem für die Sprachwissenschaft von Interesse sind. Eine Zusammenstellung von Tools, die für romanistische Arbeiten von Interesse sind, bieten auch die FID-Internetressourcen.

Neben einzelnen Werkzeugen gibt es auch sogenannte virtuelle Forschungsumgebungen, die als Arbeitsplattformen den gesamten Forschungsprozess unterstützen können. Sie ermöglichen etwa die Anwendung integrierter Tools und Methoden zur Analyse und Dokumentation der Daten sowie deren Speicherung und bieten darüber hinaus oft Hilfestellung und Informationsmaterial an. Beispiele für virtuelle Forschungsumgebungen sind:

Die im Folgenden aufgelistete einschlägige Fachliteratur bietet einen Überblick zu den am häufigsten genutzten Arbeitstechniken:

  • Archer, Jodie / Jockers, Matthew Lee: The bestseller code. Anatomy of the blockbuster novel. New York: St. Martin's Press, 2016.
  • Bock, Sina / Du, Keli / Huber, Michael / Pernes, Stefan / Pielström, Steffen: Der Einsatz quantitativer Textanalyse in den Geisteswissenschaften: Bericht über den Stand der Forschung. Göttingen: GOEDOC, Dokumenten- und Publikationsserer der georg-August-Universität, 2016 (DARIAH-DE Working Papers, 18), urn:nbn:de:gbv:7-dariah-2016-4-0.
  • Jannidis, Fotis: „6. Methoden der computergestützten Textanalyse“. In: Nünning, Ansgar / Nünning, Vera (Hgg.): Methoden der literatur- und kulturwissenschaftlichen Textanalyse: Ansätze - Grundlagen - Modellanalysen. Stuttgart: Metzler, 2010, S. 109–132.
  • Jannidis, Fotis / Kohle, Hubertus / Rehbein, Malte: Digital Humanities. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler, 2017.
  • Klawitter, Jana (Hg.): Kulturwissenschaften digital. Neue Forschungsfragen und Methoden. Frankfurt a.M.: Campus 2012.
  • Lücke, Stephan / Riepl, Christian / Trautmann, Carolin: „Softwaretools und Methoden für die korpuslinguistische Praxis“. In: Korpus im Text 1/2017, http://www.kit.gwi.uni-muenchen.de/?band=softwaretools-und-methoden-fuer-die-korpuslinguistische-praxis.
  • Mahoney-Steel, Tamsyn: Nota Bene. Making Digital Marks on Medieval Manuscripts. New York / Bern / Berlin: Peter Lang 2018.
  • Schöch, Christof: „Ein digitales Textformat für die Literaturwissenschaften. Die Richtlinien der Text Encoding Initiative und ihr Nutzen für Textedition und Textanalyse“. In: Romanische Studien 4/2016, S. 325–364, http://www.romanischestudien.de/index.php/rst/article/view/58/599.

Nutzung von anerkannten Standards

Um eine reibungslose Verarbeitung von Forschungsdaten zu gewährleisten, ist der Rückgriff auf frei zugängliche und anerkannte Standards und Formate unabdingbar. Dies erleichtert auch die Nachvollziehbarkeit und eventuelle Nachnutzung der Daten. Einige Institutionen haben dazu entsprechende Empfehlungen vorgelegt:

Die Auswahl der Standards und Tools hängt dabei stets von der zugrunde liegenden Forschungsfrage ab.

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Dokumentation von Forschungsdaten / Erstellung von Metadaten

Die Dokumentation ist ein wichtiger Aspekt des Forschungsdatenmanagements. Sie bildet die Grundlage zur Sicherstellung, dass der Forschungsprozess und die Ergebnisse auch nach Ende des Forschungsvorhabens nachvollziehbar sind (siehe Abschnitt „Speicherung und Langzeitarchivierung“).

Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, Forschungsdaten mit sogenannten Metadaten zu versehen, also mit Daten, die formale, inhaltliche, administrative und technische Informationen über Forschungsdaten beinhalten. Metadaten können nicht nur als Basis für spezifische Untersuchungsmethoden dienen, sondern auch die Verzeichnung der Forschungsdaten in entsprechenden Nachweisinstrumenten erleichtern und so deren Auffindbarkeit verbessern.

Aus technischer Perspektive können Metadaten auf zwei Arten auf die dazugehörigen Daten bezogen werden. Einerseits können die Metadaten in jene Dateien selbst eingefügt werden, in denen die Daten vorliegen. Andererseits können die Metadaten in einer oder mehreren zusätzlichen Dateien abgelegt werden.

Auch bei Metadaten ist die Verwendung von Standards zu beachten (siehe Abschnitt „Nutzung von anerkannten Standards“).

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